50. JtfO in Berlin 2019

50 Jahre „Jugend trainiert für Olympia“ und auch dieses Mal war das Friedrich-Schiller-Gymnasium stark vertreten. Am Sonntag, den 22. September 2019, trafen sich am Preetzer Bahnhof vier Mannschaften, um in den Zug Richtung Hauptstadt zu steigen.

Beim Landesentscheid in Ratzeburg haben sich qualifiziert:

4x+ Mä WK III (Levke Feddersen, Amelia Fellows Morey, Philine Pohl, Charlotte Hässler, Stfr. Luise Hässler)

4x+ Mä WK II (Onja Bähr, Charlotte Früh, Anna Friberg, Helene Schernus, Stfr. Beeke Schumacher)

4+ Gig Ju WK II (Max Kahl, Simon Weiß, Jöran Ehmke, Oskar Kroglowski, Stfr. Kaja Bartsch)

8+ Ju WK II (Matthis Neumann, Josse Röschmann, Per Wiese, Luca Ruß, Julius Kliem, Mark-Leon Neumann-Neurode, Adrian Wittek, Matthis Wolff, Stm. Johannes Dick)

Mit vier Booten hat das FSG die Hälfte der schleswig-holsteinischen Boote besetzt.

In Berlin angekommen, mussten wir am Bahnhof warten, bis die Akkreditierung erledigt war. In der Zeit haben wir die vielen Stände besucht, die die Sponsoren von JtfO aufgestellt haben, oder auch Interviews an die vielen Reporter geben. Ein anderer Zeitvertreib war Sportarten zu raten, schließlich kann man aus dem Auftreten der vorbeigehenden Mannschaften Einiges erkennen.

Zusammen mit unseren Ausweisen, die auch als Fahrkarten für S-Bahn usw. galten, erhielten wir diverse Sponsor-Geschenke. Gefreut wurde sich am meisten über die Bauchtasche und die Socken, auf denen das Logo einer deutschen Supermarktkette prangte. Gut ausgestattet zogen wir zu den S-Bahn-Gleisen.

Am Ostkreuz stiegen wir aus und wunderten uns zunächst über das veränderte Aussehen der Station. Wo letztes Jahr noch Baustelle war, standen nun neue Gebäude und Überführungen. Wie erwartet war die Baustelle jedoch noch nicht gänzlich verschwunden.

Einmal um den Block gelaufen und schon standen wir vor der Jugendherberge. Ein großes Plakat, welches aus den oberen Stockwerken gehängt wurde, begrüßte die ankommenden Sportler zum Bundesfinale.

Als die Zimmer zugeteilt wurden, herrschte Freude bei denen, die nur in den ersten Stock gehen mussten, und Unmut, wenn es höher hinauf ging. Wer sagte, es solle doch sportlich genommen werden, fing sich mindestens einen bösen Blick ein.

Nachdem der mehr oder weniger lange Aufstieg gemeistert wurde, hatten wir genug Zeit, um uns einzurichten und die Betten zu beziehen.

Kurz darauf machten wir uns wieder auf den Weg, die Begrüßung durch die Landesvertretung mit anschließendem Nudelbuffet stand an.

Die Sportarten und vor allem die vertretenden Sportler wurden von den Landesvertretungen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens gemeinsam vorgestellt und jede Mannschaft erhielt einen Teddybär (der Teddy für die Schleswig-Holsteiner war natürlich der niedlichere).

Nach der doch sehr langen Präsentation wurden die Türen zum Buffet geöffnet und das Gedränge ging los. Wer den Vorgang schon aus den letzten Jahren kannte, teilte seine Mannschaft auf und besetzte zuerst Plätze. Die Anderen versuchten währenddessen an die Essensausgabe zu gelangen.

Wer brav in der Schlange stand, hatte definitiv den Kürzeren gezogen und musste ansehen, wie sich mancher schon den zweiten Gang holte, wohingegen man selber noch auf den leeren Teller guckte. Klingt unfair, aber das ist die Schlacht ums Nudelbuffet.

Und wieder drängte die Zeit, als letzter Programmpunkt des Tages stand der traditionelle Besuch der Reichstagskuppel an. Gemeinsam blickten wir über das nächtliche Berlin und freuten uns auf die anstehenden Tage, in sportlicher sowie in gemeinschaftlicher Hinsicht.

In der Jugendherberge wurde der Tag noch mit Karten spielen oder Ähnlichem beendet.

In die neue Woche starteten wir mit einem Einzug ins Olympiastadion, im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums. Definitiv nichts alltägliches, aber das zweistündige Warten davor war trotzdem lästig.

Die letzte Viertelstunde vor dem Einzug standen wir mit Vertretern anderer Bundesländer in einem Tunnel, der direkt ins Stadion führte. Flo kam dabei auf die Idee, einen Sprechgesang zu beginnen, der direkt lautstarken Zuspruch fand. So folgte auf sein „Schleswig!“ ein kräftiges „Holstein!“.

Andere Bundesländer übernahmen unser Tun sogleich und es wurde um einiges lauter und die Stimmung aufgeheizter. Sicherlich konnten wir beim Hinaustreten aus dem Tunnel sofort unserem Bundesland zugeordnet werden, obwohl ein großes Orchester den Zug musikalisch begeleitete.

Noch bevor wir einen Platz gefunden hatten, begannen diverse Rede, unter Anderem von Frank-Walter Steinmeier, und kleine Vorführungen.

Aufgrund des zeitlichen Verzuges gingen wir vor Ende der Jubiläumsfeier zur olympischen Regattastrecke von 1936 in Grünau, um uns dem sportlichen Teil unseres Aufenthaltes zu widmen. Die riesige Anzeigetafel, die von oben auf die Bootsanhänger strahlt, begrüßt ebenfalls alle Ruderer zum Bundesfinale.

Nachdem die Boote abgeladen und aufgeriggert waren, konnten wir ablegen und uns ein wenig an die Strecke gewöhnen.

Der ältere Mädchenvierer hatte wieder einen durchgeplanten Terminkalender, so ging es zum Abendessen zusammen mit Trainer Olli und Silke Sothmann auf den Berliner Fernsehturm. Der Abend vor den Wettkämpfen wurde dementsprechend eher mannschaftsweise verbracht.

Der Dienstag wurde von den Rennen bestimmt. Früh ging es los, die Steuerleute verwiegen und das Boot noch mal überprüfen. Während erfreuliche und weniger erfreuliche Platzierungen gemacht wurden, dokumentierte Jürgen Wolff in Film und Bild fleißig das Treiben an den Stegen und führte Interviews mit Trainern und Betreuern anderer Mannschaften und Schulen. Früher oder später landete jeder vor seiner Linse. Das spannendste Rennen des Tages fuhr der „Schiller-Achter“. In seinem Hoffnungslauf ging es um den Einzug ins A- oder B-Finale. Es musste der erste oder zweite Platz erreicht werden, um am Mittwoch um die Plätze 1-6 fahren zu dürfen. Das führende Boot fuhr sicher vorne weg, doch um den zweiten Platz gab es einen harten Kampf zwischen Hamburg, Marbach und unseren Jungs. Innerhalb von gut 20/100s überquerten die drei Boote die Ziellinie, leider unser Bugball als dritter. Enttäuscht legten sie wieder an, das unerwartet so greifbare A-Finale zu verpassen ist ein schwerer Schlag. Besser lief es für die anderen Boote, der Gig-Riemenvierer und der ältere Mädchenvierer haben es beide ins A-Finale geschafft und der jüngere Mädchenvierer konnte sich über einen Platz im Halbfinale freuen. Für sie würde der Kampf ums A-Finale erst am nächsten Tag beginnen. Gegen Nachmittag fanden sich alle in der Jugendherberge ein. Ein großes Programm stand nicht an, stattdessen körperliche Regeneration und seelische Vorbereitung auf die Finals.

Mittwochs Morgen, es herrschte angespannte Stimmung im Frühstücksraum. Ein letztes Mal die Wettkampfkleidung einpacken und in die S-Bahn Richtung Grünau steigen. Das Wetter spielte mit, nur leichte Wellen kräuselten die Regattastrecke.

Im Habfinale reichte es für die jüngeren Mädchen nur für das B-Finale, doch für Enttäuschung war keine Zeit. Es gilt die anderen Mannschaften auf den letzten 200m der Rennen anzufeuern, als erstes die Mannschaft um Stfr. Beeke.

Die Leistung der Gegner konnte aus den Vor- und Hoffnungsläufen abgeschätzt, trotzdem war der erwartete 6. Platz ein Dämpfer. Die leicht bedrückte Stimmung ging allerdings schnell vorbei, als Kaja ihre Mannschaft die Strecke hinunter trieb. Staunen, Max, Simon, Jöran und Oskar haben sich auf den zweiten Platz gekämpft und einen guten Abstand zum Drittplatzierten geschaffen. Über die Ziellinie und die Blicke wanderten zur Anzeigetafel, dort war es groß zu lesen: das Friedrich-Schiller-Gymnasium ist Zweiter! Vizebundessieger! Als der Vierer zum Siegersteg kam, standen dort bereits viele zum Empfang. Mit glücklichen Gesichtern wurden die Silbermedaillen entgegengenommen. Der zweite Platz des Achters im B-Finale, d.h. der achte Platz insgesamt, passte zu der ausgelassen Stimmung. Ein gelungener Einstieg für die Jungs, die zum Teil der jüngste Jahrgang, also auch das erste Mal in Berlin waren.

Die jüngeren Mädchen, die alle fünf das erste Mal am Bundesfinale teilnahmen, mussten sich mit einem 12. Platz geschlagen geben. Da ist noch Luft nach oben, und, vor allem, auch noch drei Jahre, in denen sie antreten dürfen.

Nachdem die Begeisterung über die insgesamt tollen Platzierungen sich ein wenig verringert hatte, mussten wir die Boote abriggern und aufladen.

Zurück in der Jugendherberge wurde sich fertig gemacht für die Abschlussfeier in der Max-Schmeling-Halle. Der Vierer durfte einen aus der Mannschaft auswählen, der Stellvertretend für die anderen auf der Bühne nochmals geehrt wird.

So suchten wir uns alle, außer Oskar, einen Platz mit guter Sicht. Durch gekonnte Publikumsinteraktion heizte die Stimmung auf und die eher langweiligen Ehrungen der vielen Sportarten wurden durch Zwischenshows gut überbrückt.

Als es zum Rudern kam, stand der Rest des Vierers auf und ging direkt vor die Bühne, die Chance selber mal dort oben zu stehen wollten sie sich nicht nehmen lassen.

Wieder gingen wir vor dem Ende der Veranstaltung, dieses Mal zu einem Restaurant, um die vergangenen Tage gemeinsam ausklingen zu lassen und die ruderische Leistungen gebührend zu feiern.

Am Tag der Abreise wurden die Zimmer aufgeräumt, Betten abgezogen und Taschen gepackt.

Pünktlich verließen wir die Jugendherberge und fuhren zum Hauptbahnhof.

Im Gegensatz zu letztem Jahr fiel der Zug nicht aus und wir erreichten Kiel nur minimal verzögert. Leider zu spät um den Anschlusszug zu verpassen, also eine Dreiviertelstunde warten. In Preetz angekommen warteten die stolzen Eltern am Gleis. Zufrieden verabschiedeten wir uns und sind alle der Meinung: Das war ein gelungener Saisonabschluss!

Vielen Dank an unsere Jugendpressewartinnen Anna und Helene für den großartigen Text!