Juniorenregatta Bremen

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit über 3200 startenden Ruderern ist die bereits größte Nachwuchsregatta des DRV noch weiter gewachsen. Von morgens bis abends werden Rennen im Abstand von 3 Minuten über die 1500m lange Regattastrecke auf dem Werdersee geschickt. Während Nela Kubik in München die vom DRV gesetzten Boote fahren sollte, konnten sich vor allem Anni Schlüter und Felix Rehder erstmals auf einer solch großen Regatta testen. Für Carsten ging es hier lediglich darum im Einer taktische und technische Inhalte des Trainings  im Rennen zu erproben und den Doppelzweier mit seinem Ratzeburger Partner Andreas Conta zu fahren. Die leichten U23-Männer um Julian konnten in verschiedenen Besetzungen vor allem die Zweierkombinationen testen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei den Juniorinnen B ging Anni zunächst mit ihrer Partnerin Lisa Hoyer (Eutin) im Doppelzweier an den Start. Durch den Start als Renngemeinschaft mussten sie in der Leistungsklasse I starten. Entsprechend stark waren die Gegnerinnen, die ihnen schnell zeigten, was das Ziel für das kommende Trainingsjahr sein muss. Mit deutlichem Rückstand auf Platz 1 und 2 kamen die beiden als 5. in Ziel. Im Einer lief es dagegen deutlich besser für Anni. Mit sehr viel Respekt vor der langen Strecke legte sie ab. mit einem technisch gut geschobenen Boot verlief das Rennen dann ganz anders als Anni es gedacht hatte. In der Leistungsklasse III konnte sie gut mithalten und beendete das erste Einerrennen mit 10s Rückstand auf die Siegerin mit dem 3. Platz. Am Sonntag war von der Angst vor der Strecke nicht mehr viel zu sehen. Sehr stark setzte sie die Konkurrentinnen bereist am Start mächtig unter Druck, so dass auf den ersten 500m nur eine Gegnerin folgen konnte. Die griff dann bei 600m an und konnte aufschließen. Im Zwischenspurt beendete Anni dann das Duell. Ihre Gegnerin aus Hameln musste mit ansehen wie der Vorsprung schnell auf 2 Bootslängen wuchs. Mit langem Ruderschlag wurden bis zum Ziel trotz ruhiger Schlagzahl 26s daraus.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAFür Felix war es die allererste Regatta im Kleinboot. Aber die vielen Stunden im Winter haben sich gelohnt. Im Junioren Einer Leistungsklasse III ging er zunächst bei den Schwergewichten an den Start. Entgegen seiner Erwartungen konnte er zumindest einen Gegner bereits bei 500m hinter sich lassen und dies Ergebnis auch ins Ziel bringen. Am Sonntag standen gleich 2 Rennen auf dem Plan. Im ersten Rennen, dem Junioreiner A LK III konnte er an die guten Leistungen des Vortages anknüpfen und dieses Mal auch aktiver die Gegner angreifen. Mit Platz 3 erreichte er eine gute Platzierung. Im Junioren Leichtgewichts-Einer Klasse II hatte Felix dann mit deutlichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und konnte nicht an das Rudern zuvor anknüpfen. Der Vorsprung der Gegner war zwar nicht so groß, aber Felix lag nach Steuerschwierigkeiten von Beginn an zurück. Auf der Strecke konnte er zwar seinen Gegner aus Krefeld noch überholen, die anderen Boote waren aber bereits enteilt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERACarsten hatte im ersten Einerrennen die Vorgabe nur einen ganz kurzen Startspurt zu fahren, um dann zu versuchen auf der Strecke das Boot kraftvoll laufen zu lassen und mit einem deutlichen Tempowechsel den Entspurt zu fahren. Durch den kurzen Start legten sich wie erwartet zwei Gegner auf den ersten 500m vor ihn. Die Vorgabe des kraftvollen Ausschiebens überforderte Carsten noch ein wenig und zeigte, woran in den kommenden Wochen noch Arbeitsbedarf besteht. mit 3 Längen Rückstand überquerte er die 1000m-Marke. Gut dagegen funktionierte der Tempowechsel zum Endspurt. Die Kraft, die er auf der Strecke nicht ins Wasser bringen konnte, hatte Carsten hier im Überfluss. Mit Schlagzahl 40 holte er in wenigen Schlägen den Rückstand auf und bewies den Gegnern seine Überlegenheit. Mit 2 Längen Vorsprung überquerte er die Ziellinie. Im Einer am Sonntag sollte Carsten eine richtige Konkurrenz bekommen und startete im Männereiner B. Auf ihn wartete mit Malte Höweler (Vegesack) der Gegner, der im letzten Jahr auf der der Deutschen Meisterschaft direkt vor Carsten das Ziel erreicht hatte. Sehr offensiv fuhr Carsten in den ersten 400m der Konkurrenz eine ganze Länge davon. Wieder zeigten sich aber die Probleme auf der Strecke das Boot so zu schieben, dass die Grundgeschwindigkeit erhalten bleibt. Die Gegner aus Dorsten und Vegesack konnten mühelos den Rückstand auffahren und Carsten wiederum unter Druck setzen, so dass das Rennen erst im Endspurt entschieden wurde. Mit 0,04s vor Tim Knifka (Dorsten) und 0,11s vor Malte Höweler (Vegesack) schob Carsten seinen Bugball als Erster über die Ziellinie.

Im Doppelzweier mit Andreas Conta (Ratzeburg) lieferte er sich am Samstag einen Zweikampf mit Minden, den die Renngemeinschaft Preetz/Ratzeburg mit einer Länge für sich entschied. Die technischen Probleme und damit auch die Arbeitsfelder wurden aber, trotz des versöhnlichen Ergebnisses, sehr deutlich. Am Sonntag bekamen die beiden es mit den Top-Leichtgewichten Jonas Weller und Nicolas Matthes zu tun. Der sehr ambitionierte Angang des Rennens verlief technisch unsauber und brachte so nicht den erhofften Erfolg. Auf der Strecke fingen sich die beiden Schwergewichte dann wieder und konnten den Abstand etwas verkürzen. Am Ende blieb die Uhr 8 Sekunden nach den Leichtgewichten stehen, die das Rennen als Sieger beendeten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAJulian sollte auf der Regatta die Partner im Zweier ohne Steuermann weiter prüfen. Mit Olaf Imsdahl (Eutin) legte er am Samstag im schweren Senior-Zweier A LK I an der Startbrücke an. Wieder konnten beide das Rennen am Anfang gut mitfahren und zeigten ein sehr starkes Rennen, dass aber gegen Ende wieder an Dynamik und damit an Geschwindigkeit verlor. Mit Platz 3 konnten sich die „Leichten“ aber durchaus stolz am Steg anlegen. Es war technisch das bisher beste Rennen der Saison. Mit Marius Weiser (Bremen) stellte sich Julian am Sonntag gleich zweimal dem Starter. Im Senior-Zweier B I lief es noch nicht ganz rund für die Kombination. Immer wieder bereitete der Seitenwind und damit das Steuern Probleme. Mit 10s Rückstand erreichten sie das Ziel. Im Senior-Zweier A I trafen beide wieder auf die Sieger des ersten Rennens und zudem noch auf die Junioren-WM-Teilnehmer (Matzat/Aurin) aus Lübeck. Gegen die eingefahrenen Schwergewichte konnten beide wieder nichts ausrichten, obwohl sie ein gutes Rennen fuhren. Die beiden verbliebenen Gegner waren allerdings Leichtgewichtsboote und damit herrschten die gleichen Voraussetzungen. Auf der Strecke lieferten sich Julian und Marius bis 1000m einen spannenden Kampf mit der Renngemeinschaft Duisburg/Emscher. Im Zwischenspurt entschieden sie dann aber das Rennen und legten sich eine Länge vor die Konkurrenten.

Für mich selber war es der erste und vermutlich letzte Start der Saison im Einer. Mein Dauergegner aus Hamburg, Christoph Dyck, konnte sich bereits am Start zusammen mit Christian Ruhnau aus Waltrop mehr als zwei Längen vor mich legen. Über die Strecke schwächelte jedoch der Waltroper, so dass am Anfang des Endspurts von diesem komfortablen Vorsprung nur eine Länge geblieben war. Auf den verbliebenen 250m hatte Christian dann nicht mehr die Kraft den letzten Angriff zu kontern, so dass es ganz eng wurde. Mit 0,4s vor Christian erreichte ich im Vorrollen als zweiter das Ziel hinter Christoph Dyck. Die selbe Konstellation gab es dann am Sonntag noch einmal. Wieder der gleiche Rennverlauf – dieses Mal aber mit einem anderen Ende. Christoph überquerte wieder souverän als Sieger die Ziellinie. Heute schaffte Christian allerdings mit 0,4s die Revanche.

von Hauke Hinz