Wanderfahrt 2019: Main

Nach 5 Wochen Sommerferien begann für 23 RudererInnen des PRC die lang ersehnte Wanderfahrt an den Main.

Am Freitag, dem 2. August, traf sich die Gruppe aus 15 – 22 Jährigen das erste Mal zum Abriggern und Aufladen der Boote, sowie dem Einladen des Gepäcks. Am nächsten Morgen ging es für die meisten der 8 Mädchen und 15 Jungs am Preetzer Bahnhof los, der Rest fuhr mit dem Bus.

Nach ca. 8h Fahrt und dem Verlust zweier Jacken nach Prag kamen wir vollständig beim Schweinfurter Ruder-Club an.

Aufgrund einer Hochzeit, die im anliegenden Restaurant gefeiert wurde, mussten wir uns beeilen die Boote und den Hänger aus dem Weg zu schaffen.

Beim Zubereiten des wohlverdienten Abendessens traf uns alle ein Schock, als am undichten Verschluss der Gasflasche eine Stichflamme entstand.

Verschreckt verstreuten wir uns auf dem Gelände, bloß weit weg vom Feuer. Die Mädchen fanden auf dem Steg Schutz, während sich Simon und Jöran hinter einer Bierbank verbarrikadierten. Während die Beiden von ihrem Schutz überzeugt waren, hielt die Besitzerin des Restaurant diesen für ziemlich sinnfrei („Habt ihr eigentlich alle den Arsch offen?!“). Nach hektischem Suchen wurde ein Feuerlöscher gefunden und die Gefahr gebannt. Die Gasflasche wurde nun richtig auf den Verschluss gedreht und das Kochen konnte abgeschlossen werden.

Der Appetit war nicht vergangen und bald saßen wir in großer Runde beisammen und freuten uns auf die anstehenden Tage.

Am Morgen unserer ersten Tour entschied Flo, die Tour vom nächsten Tag gleich mit zu rudern, um einen für Wassersportler ungünstigen Campingplatz zu umgehen. So hatten wir eine prachtvolle Strecke von 52 km vor uns, die eigentlichen 28 km bis zum Campingplatz und die angehängten 24 km bis nach Kitzingen.

Motiviert stiegen wir in die Boote und nach 50 km rudern, sowie einer 2 km langen Badepause (der Strömung sei Dank) schleppten wir uns müde wieder heraus. Die Herausforderung namens „Selbstbedienungsschleuse“ kostete einiges an Zeit, doch die drei Busfahrer haben nicht unnütz gewartet und die fertige Kartoffelsuppe stand dampfend auf dem Tisch, um die 20 RudererInnen schnell zu sättigen.

In dem Wissen, morgen frei zu haben, fielen wir erleichtert in unsere Betten.

Der freie Tag begann mit einem Frühstück in Begleitung einer Horde Wespen.

Den Tag verbrachte jeder unterschiedlich. Während Einige sich dem regelmäßigen Eiskonsum hingaben, wanderten Andere durch die Stadt, um sie zu besichtigen oder Pokemon zu fangen. Wieder Andere beschäftigten sich mit Karten spielen. Eine kleine Gruppe reparierte die zwei Löcher in der Berlin, dank welcher die Mannschaft vom Vortag gut mit Schöpfen beschäftigt war. Sekundenkleber und Panzertape waren als Erstlösung ausreichend.

Das Grillen brachte alle RudererInnen wieder zusammen und der Tag klang gemeinsam beim Baden am Steg aus.

Am Morgen waren alle ausgeschlafen, wenn auch nicht jeder munter. Wir hatten das erste Opfer der Kotzeritis, die uns die Woche über begleite sollte, zu beklagen. Damit war vorbestimmt, dass Niss die Tour im Bus zurücklegen würde.

Bei bedecktem Himmel machten wir uns auf dem Weg zu der größten Stadt auf unserer Route, Würzburg. In den Badepausen freuten sich alle über die kühle Erfrischung, nervig war das Eincremen danach. Doch weil alle die Gefahr der ausnahmslosen Sonneneinstrahlung kennen, wurde auf Sonnenschutz mit großer Sorgfalt geachtet. 36 km waren schnell hinter uns gebracht und der Seitenarm, in dem der Akademische Ruderclub Würzburg liegt, war schlussendlich auch gefunden.

Nach dem Ankommen erkundeten wir die Stadt und Kaja, Beeke, Sophie und Helene wagten den Anstieg zur Festung Marienburg.

Dank einer sportlichen Abkürzung durch die Weinberge kamen sie rechtzeitig zur Kürbissuppe am RC an. Aufgrund des starken Regens fiel dieses Mal das Baden aus, stattdessen spielten alle 23 RudererInnen zusammen Werwolf, ein Gemeinschaftsspiel für große Gruppen.

Am nächsten Morgen fanden wir einen bleicher Matthis auf der Couch im Flur, er hatte sich wohl angesteckt und in der Nacht übergeben.

Damit stand die Besetzung des Busses fest.

Alle gesunden SportlerInnen machten die Boote startklar, doch die Freude auf die anstehende Tour wurde früh gehemmt. Kurz nach dem Verlassen des Seitenarms, mussten wir auf eine Schleuse warten und verbrachten in etwa 1h unnütz in den Booten. Bei den Meisten sank die Begeisterung deutlich, wohingegen bei Einigen die Langeweile besonders gute Stimmung verursachte.

Nachdem wir die Schleuse passiert hatten, gerieten wir in Nieselregen. Als dann auch noch Adrian aufgrund von Unwohlsein an der nächsten Schleuse mit einem aus dem Bus wechselte, war die Freude an der Tour weitestgehend vergangen. Badepausen machen schließlich auch wenig Sinn, wenn es durchgehend regnet.

Ein Lichtblick an diesem trüben Tag war das Freibad, welches sich direkt neben dem Ruder-Club Karlstadt befindet.

Dort angekommen war das Wetter wieder aufgeklart und schnell sprangen wir in unsere Badeklamotten.

Als wir zurück in den RC kamen, mussten wir feststellen, dass eine uns nicht angekündigte Rumba-Gruppe unseren Schlafraum in Beschlag genommen hat. Die Isomatten, die bereits aufgepustet und hingelegt waren, hatten sie einfach in den Nebenraum geräumt.

Während das Kochteam das Abendessen vorbereitete, verbrachten wir die Zeit mir Kartenspielen und Tischkicker. Nachdem die Rumba-Gruppe gegangen war, haben wir das Taschenchaos in Nebenraum beseitigt und jeder hat schlussendlich seinen Schlafsack wiederbekommen. Nachdem alle Schlafplätze vorbereitet waren, gab es Abendessen.

Die Nachtruhe wurde unterbrochen von Ramons Magenbeschwerden. Inzwischen wurde Wetten abgeschlossen, wen es als Nächsten erwischen würde.

Die vorletzte Strecke der Wanderfahrt begannen wir Donnerstag Morgen. Nach 28 km winkte erneut ein Freibad direkt neben unserer Herberge, dem Kanuclub in Lohr a.M.

Nach ausgelassenem Rutschen und Plantschen, kehrten wir zurück.

Die Vorbereitung des Abendessens war schon in vollem Gange. Beim Warten etablierte sich eine Massagerunde, um die verspannten Rücken ein wenig zu lockern.

Während des Essens wurden feierlich die Bootsbesetzungen für den nächsten Tag gelost, die Zuteilung oblag normalerweise den Busfahrern. Da jedoch die letzte Tour nur 18 km betrug, haben wir dieses Mal den Zufall entscheiden lassen. Und wie das so ist mit dem Glück, Einige trifft es besser als die Andere.

Mit unterschiedlicher Vorfreude schliefen wir unter freiem Himmel ein – es gab keinen Raum drinnen und das Wetter war so schön.

In der Nacht hatte es den Fünften erwischt, Olli.

Nach einer ansonsten ruhigen Nacht haben wir gefrühstückt, den größten Teil des Gepäcks in den Bus geladen und ein letztes Mal die Boote in den Main gelassen.

Auf den finalen Kilometern wurden die Badepausen besonders genossen. Die Sorgfalt beim Eincremen nach dem Baden ließ ein wenig nach, schließlich haben fast alle in den letzte Tagen gut Farbe bekommen.

Die Trinkflaschen konnten wir an dem 22l Kanister auffüllen, was auch notwendig war bei dem heißen Wetter. Die Mannschaft, die den Kanister im Bug hatte, war froh über den Gewichtsverlust.

Als wir in Marktheidenfeld ankamen, wurden gleich die Boot abgeriggert und aufgeladen.

Anschließend haben wir uns am Steg erneut abgekühlt.

Achtung hieß es immer, wenn große Schuten vorbeifuhren. Der Sog am Bug hat eine ordentliche Kraft.

Traditionsgemäß gingen wir zum Abendessen in ein lokales Restaurant. Das wohl am häufigsten bestellte Gericht waren Käsespätzle, auch weil es eines der wenigen vegetarischen war. Nach einigem Teller hin und her Gereiche waren alle gesättigt.

Auf dem Rückweg wurde ein Schlenker über das gerade stattfindende Stadtfest gemacht. Manche blieben länger bei Bier und Musik, doch gen Mitternacht fanden alle den Weg zurück zum RC.

Mit Karten spielen und unterhalten verlängerten wir den letzten Abend der Wanderfahrt bis tief in die Nacht.

Am Morgen hieß es packen, Taschen im Bus verstauen und die Bahnfahrer nach Würzburg bringen.

Dort mussten wir 9h auf die Abfahrt des Zuges warten. Wir sind also durch Würzburg geschlendert, haben Kirchen und den Schlosspark besichtigt und sind zur Festung Marienburg gewandert. Mit einem wunderschönen Blick auf die Stadt gingen die Stunden deutlich schneller um.

Als wir im Zug saßen und zurück an die vergangen Woche dachten, fiel uns sofort die unglaubliche Flusslandschaft ein. Rudern zwischen Weinbergen und Wäldern, das kann so schnell erst mal nichts toppen. Wir erinnerten uns auch an den guten Zusammenhalt der Gruppe. Jedes mal haben alle mit angepackt, wenn es zum ins Wasser lassen der Boote kam oder das Gepäck in den Bus geladen werden musste, und auch um die Kranken wurde sich gut gekümmert. Trotz Krankheit und manchmal nervigen Schleusen war die Stimmung durchweg gut.

Wir bedanken uns bei Flo und Jöran für die Planung dieser rundum gelungenen Fahrt. Auch Olli gebührt Dank für seine leckeren Rezepte und seine Unterstützung des Kochteams zur Versorgen der gesamten Truppe. Wir freuen uns sehr über Laurents Eifer an der Kamera, die Aufnahmen werden uns an die tolle Zeit erinnern.

Schade, dass die Woche vorbei ist, doch die nächste Wanderfahrt kommt bestimmt. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Vielen Dank an unsere Jugend-Pressewarte Helene und Sophie für den Text!!!