Wanderfahrt nach Schweden

Als wir am Vormittag des 7. Juli in den strahlend blauen Himmel sahen, beschlich uns eine gewisse Vorahnung: Die nächsten zehn Tage würden allen 22 Teilnehmern viel Spaß und Freude bereiten.

Spaß und Freude stellten sich bereits schon am Nachmittag beim Antritt der Hinfahrt schnell ein. So fuhren wir die Nacht mit einem kleinen Zwischenhalt zum „Energietanken“ durch, um dann am frühen Morgen des nächsten Tages vor den noch geschlossenen Toren des Campingplatzes in Ed zu frühstücken. Da das Frühstücken den Zeitraum bis zur Öffnung des Platzes nicht ganz überbrückte, wurde ein Trupp wacher Menschen zusammengestellt, um die Boote aufzuriggern. Der Rest des ersten Tages nutzten wir dafür, uns von dem Schlafmangel der Fahrt zu erholen und einen Tag in Entspannung vor Beginn der Rudertour zu verbringen.

Doch schon am nächsten Morgen stellte sich Nervosität ein: Man wollte endlich aufs Wasser; der Dalslandkanal wartete schon auf uns. Die imposante Landschaft und das gute Wetter ließen die zunächst etwas längeren Strecken durchaus kurzweilig erscheinen und so manches Anlegen an den felsigen Ufern, um dort eine Mittagspause zu machen, gestaltete sich als ein kleines Abenteuer.

 

In Nössemark – der zweiten Station – angekommen, wurde zunächst, wie schon in Ed, mit einem der beiden Zelte gekämpft, dessen Aufbau sich also nicht ganz so einfach erwies. Aktivitäten gab es bis auf ein kleines Fußballspiel an diesem Tag allerdings keine mehr, da sich schon gegen frühen Abend Erschöpfung breit machte.

Die Erholung wurde auch benötigt, da die Route nach Lennartsfors, die für den nächsten Tag vorgesehen war, sogar noch ein Stückchen länger sein sollte. Nachdem wir in Lennartsfors campiert hatten, ging es am nächsten tag durch eine Schleuse gen Sundet, einem idyllischen Campingplatz, zudem nur eine kurze Strecke zurückgelegt werden musste. Die malerische Bucht, an welcher der Platz gelegen war, eignete sich hervorragend zum Angeln, und Petrus war einigen Anglern auch wohl gesonnen.

Am nächsten Tag wurde in Torrskog Halt gemacht, um dann auf den darauffolgenden unser vorletztes Ziel zu erreichen: Skifors. Auf dem Weg dorthin machten wir allerdings an der Umtragestelle in Gustavsfors mit der mürrischen Art der Schweden Bekanntschaft, wenn es um das Überqueren privater Grundstücke geht. In Skifors angekommen, wurde man prompt vom Anblick der Landschaft überwältigt. Doch der Landstrich dort sollte an unserem letzten Halt noch überboten werden.

Für den nächsten Tag war der finale Anlegepunkt in Steneby vorgesehen. Leider konnte dieser nicht auf dem Wasserweg erreicht werden, da sich die Umtragestelle in Skåpafors mit einer langen Passage über eine Schnellstraße und durch bergiges Gelände für Ruderboote als eher unpassend erwies. So wurde zwangsläufig schon an einer Raststätte nahe des Ufers Abgeriggert, Aufgeladen und der Rest des Weges mit dem Auto zurückgelegt.

Das Rudern war zwar nun vorbei, nicht aber der Aufenthalt in Schweden. In Steneby wurde es sich für die nächsten zwei Tage bequem gemacht. Denn der nächste Tag sollte für uns, wie schon von Torsten angekündigt, ein unvergessliches Erlebnis werden. Und in der Tat: Ein ereignisreicher Tag im Abenteuerpark „Dalslands Aktiviteter“ brachte jeden an sein persönliches Limit.

Zusammenfassend kann man sagen, dass jeder diese zehn Tage sehr genossen hat und man, trotz allmählich aufkommenden Heimwehs, Schweden nur ungern hinter sich lassen wollte. So sorgte das gute Wetter, die Gemeinschaft, die vielen Erlebnisse, das abendliche Beisammensein, die wunderbare Landschaft Schwedens und nicht zuletzt die Leitung und Organisation dafür, dass die Wanderfahrt ein voller Erfolg war, und dies hoffentlich auch wieder sein wird.

Bericht und Bilder von Kai Grap